Meine Englandreise – von London nach Bristol

Bath Cathedral und Roman Bath

Meine diesjährige Englandreise führt von London nach Bristol. Unsere Gruppe reist mit dem Flugzeug nach London an und nutzt für den Rest der Reise dann in einem Reisebus. In London angekommen, sind unser erstes Ziel die Cliveden National Trust Gärten. Das Anwesen selbst kann nicht besucht werden, da es zu einem Luxus-Hotel umgebaut wurde – aber auch wenn man nur auf der riesigen Terrasse steht und auf die 6 Hektar Land schaut, kann man sich vorstellen, wie hier damals die Persönlichkeiten ein- und aus gegangen sind. Cliveden war eine Zeit lang „the place to be“ und jeder, der Rang und Namen hatte, kam hier übers Wochenende zu Besuch; Schauspieler, Adel, Politiker etc.

Die Gärten selbst sind wunderschön angelegt und es tummeln sich an diesem Sonntag viele Besucher, die auf den Wiesen liegen und das frühlingshafte Wetter genießen. Die Gärten gehören zum National Trust und viele Besucher nennen die Wiesen hier ihren eigenen Garten. Sie zahlen einmal jährlich die Gebühr für den Jahrespass und dürfen dann jederzeit ihre Freizeit dort verbringen. Touristen können vor ihrer England Reise den National Trust Touring Pass für 7- oder 14- Tage erwerben. National Trust Touring Pass

Nach dem Besuch werden wir nach Windsor gebracht. Hier fällt auf, wie nah Windsor eigentlich am Heathrow Airport liegt. Man sieht und hört ständig Flugzeuge. Die Nacht verbringen wir im Castle Hotel Windsor. Das Hotel liegt zentral mitten im kleinen beschaulichen Windsor und ist nur einen Katzensprung vom Schloss Windsor entfernt. Es wurde 2015 renoviert und ist nicht nur aufgrund der Lage wirklich sehr empfehlenswert. Im Rathaus direkt gegenüber vom Hotel heirateten Camilla und Charles standesamtlich im Jahr 2005. Die Church of England erlaube damals nur Verwitweten eine kirchliche Trauung.

Windsor Castle

Heute, 13 Jahre später, ist es möglich. Megan Markle und Harry durften sich am 19.05.2018 das Ja-Wort in der St. George’s Kapelle beim Windsor  Castle geben und heirateten somit kirchlich, obwohl Megan auch schon einmal verheiratet war.

Am nächsten Morgen besichtigen wir Windsor Castle. Obwohl es ein Montagmorgen im Februar ist, gibt es schon eine Schlange. Hoch oben auf dem runden Turm weht die Flagge der Königin. Das heißt, sie ist gerade im Schloss. Wenn der Union Jack gehisst ist, ist sie außer Haus. Am Eingang gibt es Sicherheitsvorkehrungen, es werden Taschen durchleuchtet und man selbst wird auch durchsucht. Dann gibt es die Möglichkeit, sich einen Audio Guide zu nehmen (auch auf Deutsch) und man kann seine eigene Tour durch das Schloss und Anwesen beginnen. Interessant ist, dass externe Fremdenführer hier im Schloss keine Gruppen führen dürfen. Unsere Reiseleitung spricht also nicht, wir nutzen den Audio Guide. Tickets für Windsor Castle

Nach der Schlossbesichtigung bekommen wir noch eine Führung durch Windsor. Die Open-Top Sightseeing Tour wurde hier gerade von der bekannten Londoner The Original Tour übernommen. Man kann Windsor & Eton also auch mit dem Bus erkunden (Tickets online bei uns erhältlich). Die Straßen sind gepflastert und alles wirkt sehr verwunschen Englisch. Mich amüsiert die Geschichte, dass das Pferd von Charles, das in den Stallungen am Schloss steht, angeblich eine Heuallergie hat. Deswegen gäbe es in seiner Box nur geschredderte Pfundnoten… .

Weiter geht unsere Fahrt nach Henley-on-Thames. Hier besichtigen wir kurz das River & Rowing Museum, um dann mit grummelnden Mägen unsere Schifffahrt mit Afternoon Tea zu beginnen. Thematisch geht es bei dieser Fahrt um die bekannte britische TV-Serie Midsomer Murders. Das Schiff ist fantastisch dekoriert und wir bekommen einen fabelhaften Afternoon Tea serviert, während draußen die wunderschöne Landschaft vorüberzieht. Die Afternoon Tea Cruise ohne Midsomer Murder Fokus wird in den Monaten März–September ca. zweimal monatlich angeboten und muss im Voraus gebucht werden. Absolut empfehlenswert!

Highclere Castle

Nach einem Spaziergang durch den schönen kleinen Ort geht es weiter zu dem Highlight des heutigen Tages: Highclere Castle oder wie es viele auch nennen: Downton Abbey. Die bekannte TV-Serie ist auch in Deutschland populär und einige Mitreisende können ihr Glück kaum fassen, dass sie sich mal alles von Nahem anschauen dürfen.

Wir werden nicht enttäuscht, das Schloss ist wirklich toll. In einer Führung werden uns die unterschiedlichen Räume gezeigt, die für die Filmaufnahmen genutzt werden – unter anderem auch der bekannte Salon, in dem sich viele Szenen abspielen. Sogar die echte Dame des Hauses, Lady Carnavon, begrüßt uns. Wir erfahren, dass sie knapp 1,5 Million Pfund jährlich umsetzen muss, um das Schloss in Schuss zu halten. Sie organisiert unter anderem Benefizveranstaltungen, Auktionen und ermöglicht auch Touristen die Besichtigung des Schlosses- diese muss natürlich im Voraus gebucht werden und ist auch häufig ausgebucht.

Weiter geht es in unser Hotel „The Bell at Ramsbury“ in Ramsbury in Wiltshire. Besitzer ist der schwedische H&M Eigentümer, der eine große Leidenschaft für England besitzt. Das AAAA Hotel ist ein wunderschön und liebevoll eingerichtetes Haus mit 9 Zimmern. Auch Pub und Restaurant gehören noch dazu. Hier wäre ich gerne länger geblieben. Ich kann das Haus auch nur jedem wärmstens empfehlen.

Der dritte Tag ist etwas chaotisch und vollgepackt. Ich berichte daher nur von den Highlights des Tages. Nach einem super Frühstück im Hotel fahren wir in den kleinen Ort Malborough, wo wir eine Tour durch das „Merchant’s House“ (Haus des Händlers) bekommen. Das Haus wurde bereits 1653 erbaut. Während der Führung erhält man einen Einblick, wie damals in dem Haus gelebt wurde.

Weiter geht es zum Avebury Stone Circle. Mit über 100 aufgestellten Steinen ist dieser Steinkreis der größte Großbritanniens. Er ist ein Geheimtipp und eine viel weniger überlaufene und auch günstigere Variante zu Stonehenge. Hier zahlt man außer den Parkgebühren keinen Eintritt und trifft weitaus weniger Touristen.

Avebury Stone Circle

Direkt daneben liegt Avebury Manor and Gardens. Vom National Trust geführt, bietet dieses Anwesen etwas ungewöhnliches. 5 verschiedene Stilarten wie z.B. das Zeitalter von Queen Anne oder auch das viktorianische sind vertreten. Anders als sonst, darf man aber die Ausstellungsstücke anfassen, sich an den reichlich gedeckten Tisch setzen, Kleidungsstücke anziehen, es werden Geräusche eingespielt und nichts ist abgesperrt. Besonders Kinder fühlen sich hier wohl. Das Anwesen und die Gärten können mit dem National Trust Pass kostenfrei besichtigt werden. National Trust Touring Pass kaufen  Wir fahren weiter nach Bath, wo Jane-Austen-Liebhaber das Jane Austen Centre besichtigen können. Hier steht das Leben und die Werke der englischen Schriftstellerin im Fokus. Der Souvenirshop ist gut sortiert, besonders Mr. Darcy aus „Stolz & Vorurteil“ ist häufig vertreten.Abends checken wir im Brailbrook House Hotel in Bathein ein, ein sehr schönes 4-Sterne Haus, nur 4 Kilometer vom bekannten Römischen Bad entfernt und inmitten eines riesigen Parks gelegen. Die perfekte Alternative zu den anderen Stadthotels.

Am nächsten Vormittag steht die Stadt Bath auf dem Programm. Wir besuchen erst die beeindruckende Bath Abbey und dann das wirklich sehr schöne römische Bad- die beiden Sehenswürdigkeiten liegen nebeneinander in der Stadtmitte und auch nebeneinander. Begeistert erzählt uns unser Reiseleiter, dass in ein paar Jahren das Wasser der heißen Quellen die Abbey heizen wird. Es soll direkt rüber dorthin gepumpt werden und den Fußboden erwärmen. Eine wirklich gute Idee, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Die Roman Baths, im Hintergrund Bath Abbey

Weiter geht es in die nur 40 Autominuten entfernte Stadt Bristol (20 Minuten im Zug). Auch diese Stadt ist absolut sehenswert und ich kann jedem nur empfehlen, sowohl Bath als auch Bristol zu besichtigen. Bei einer Walking Tour lernen wir viel über die Stadt und besonders auch über den für mich wirklich beeindruckenden Künstler Banksy, der hier gewohnt hat und viele seiner Werke auf Gebäuden verewigt hat. Eine Schifffahrt zeigt uns dann Bristol vom Wasser aus- wir erhaschen einen Blick auf die bekannte Brunel Brücke. Viele neue moderne Gebäude in knalligen Farben erfrischen das Stadtbild. Die Schifffahrt endet an unserem nächsten Highlight: der Besichtigung der SS Great Britain, dem von Herrn Brunel 1843 erbauten Schiff. Das erste Schiff aus Eisen und mit Propellerantrieb, das den Ozean überquerte.

Es leitete mit einer ersten und zweiten Klasse eine neue Ära der Passagierschifffahrt ein. 1886 lief es nach einem Feuer bei den Falklandinseln auf Grund und wurde erst 1970 unter sehr großen Aufwendungen wieder zurück nach England geholt, zurück in seinen Heimathafen Bristol geholt. Nach seiner Restaurierung kann es nun als Museumsschiff besichtigt werden. Auch hier wird mit den Sinnen gearbeitet; Gerüche und Geräusche erfüllen das Schiff, das man sich in aller Ruhe anschauen kann.

Abends geht es mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck heim.

Stonehenge ist eine Reise wert – mein Erlebnisbericht von 2017

Im Mai 2017 war ich mal wieder für einige Tage mit einer Freundin in London. Neben den vielfältigen Shopping- und Unterhaltungsmöglichkeiten wollte ich natürlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten mal wieder in Augenschein nehmen und Highlights, die ich bisher noch nicht von Südengland gesehen hatte. Dazu gehörte auch Stonehenge. Endlich wollte ich den legendären Ort einmal selbst erleben.

Die Fahrt nach Stonehenge

Meine Freundin und ich entschlossen uns zu einer organisierten Bustour nach Stonehenge in Kombination mit einem Besuch von Bath. Frühmorgens starteten wir ab Busbahnhof Victoria Gates. Der Tourpreis beinhaltete einen kompetenten, fröhlichen Reiseleiter, der die Fahrgäste schon unterwegs auf einige Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten hinwies, die Eintrittsstickets und für jeden einen Audioguide vor Ort.

Ankunft am Besucherzentrum von Stonehenge

Unser Bus hielt vor dem Besucherzentrum. Von dort ging es mit einem Shuttlebus zu dem sagenumwobenen Steinkreis aus grauer Vorzeit. Dort sind archäologische Schätze ausgestellt, die meist Leihgaben des Salisbury und Wiltshire Museums sind. Das sind Schmuck. Keramiken und Werkzeuge, die bis zu der Entstehungszeit von Stonehenge vor 5500 Jahren zurückreichen. Aber auch menschliche Skelettreste sind vorhanden. Besonders beeindruckend ist das Gesicht eines Mannes, der vor 5500 Jahren an diesem Ort weilte. Basierend auf dessen Schädelknochen und forensischer Rekonstruktionen wurde das Gesicht nachgebildet. Des Weiteren beherbergt das Besucherzentrum ein Café, in dem man drinnen und draußen sitzen und sich mit warmen und kalten Getränken und Speisen stärken kann. Natürlich gibt es hier auch einen -Souvenirshop, um ein dauerhaftes, materielles Andenken zu erwerben.

Rundgang durch Stonehenge

Stonehenge ist wirklich ein einmaliges, prähistorisches Monument, das auch in einem außergewöhnlich reichen, archäologischen Areal liegt. 1986 wurde es neben Avebury zu einem Weltkulturerbe Großbritanniens erklärt. Aussehen tut der Steinkreis natürlich schon, wie man es von Fotos her kennt. Aber es ist doch etwas ganz Besonderes, wenn man selbst davorsteht. Natürlich kann man mittlerweile, zum Schutz der Anlage nicht mehr direkt vor den Steinen stehen. Man wird vielmehr durch Abgrenzungen direkt um die Steine herum geführt. Aber dieser Anlage gebührt auch eine entsprechende Distanz, was mich persönlich nur noch mit mehr Ehrfurcht erfüllte. Ich persönlich gebe zwar nicht viel auf esoterische Dinge, aber ich muss zugeben, dass ich eine Gänsehaut beim Anblick der Steine bekam. Wer weiß, vielleicht hat Stonehenge ja doch einiges, von den seit alters her, nachgesagten Kräften. Ob nun die Anlage ein Kalender, ein Heilzentrum, ein Tempel für Sonnenanbeter oder eine Begräbnisstätte war, wird wohl nie restlos geklärt werden und wird wohl immer ein Teil seines Mysteriums bleiben. Da konnte auch unser Audioguide mit Kopfhörern nichts Eindeutiges verkünden. Wenngleich dieser sehr hilfreich und informativ war. Da die einzelnen Stellen mit kleinen Nummerntäfelchen am Boden markiert sind, konnte man sich dazu immer gleich die genaue Beschreibung dazu anhören.

Fazit

Nach etwa 1,5 Stunden starteten wir zu unserem weiteren Tageshighlight nach Bath. Die Frage, ob wir gerne länger geblieben wären, stellte sich nicht, da es ein Zeitfenster für die Besichtigung gibt. Alles in allem, waren meine Freundin und ich von dem Gesehenen tief beeindruckt.