Unser Wochenende in London

Blick vom View from the Shard

Im April haben mein Mann und ich die Gelegenheit ein kinderfreies Wochenende in London verbringen zu können. Trotz bereits gekauften Tickets für den Heathrow Express unterschätzen wir oft, wie lange es dann letztendlich von Tür zu Tür dauert: mit Sicherheitskontrollen am Flughafen, etwaiger Flugverspätung, Bus vom Flugzeug zum Terminal, langen Wegen beim Umsteigen im Londoner Nahverkehr etc. Ich bin froh, dass wir bereits mittags abfliegen, so können wir Freitag gegen 16:00 Uhr im Hotel einchecken.

Wir haben zum ersten Mal ein Hotel im Westen Londons gewählt – hier lohnt sich definitiv die Fahrt mit dem Heathrow Express von Heathrow Flughafen bis nach London Paddington. Das Hotel K West liegt 5min von dem Bahnhof Shepherd’s Bush entfernt und ist ein durchaus schönes 4-Sterne Hotel.

Nach Kofferabgabe starten wir sofort zur neu erbauten London Bridge Station. Wir wollen uns unbedingt den neuen Bahnhof anschauen, der sich am Fuße des zeitgleich erbauten View from the Shard Towers erstreckt. Jahrelang bin ich morgens mit dem Rad an der Baustelle vorbeigefahren und dies ist die erste Chance seit der Eröffnung in 2013 für uns, sich das Gebäude anzuschauen. Wir haben im Voraus flexible Tickets für den Shard bestellt. Ich bin wirklich überrascht, dass es überhaupt keine Schlangen gibt und wir sofort Einlass gewährt bekommen. Hoch geht es mit zwei verschiedenen Liften bis wir schließlich ganz oben auf der Plattform angelangt sind. Das 360° Panorama vom Shard sind wirklich beeindruckend. Lange stehen wir an den Fenstern und schauen uns an, was in London in den letzten Jahren wieder Neues entstanden ist und aufgebaut wurde. Wir selbst haben vor zehn Jahren dort gelebt. Alle Besucher sind damit beschäftigt Selfies vor dem tollen Panorama zu knipsen und man kann sich an der Bar auch Getränke bestellen.

Uns zieht es aber weiter in ein kleines Pub um die Ecke, wo die Abendsonne noch auf unseren Tisch scheint. Unser erstes Pint auf englischem Boden.

Abends gehen wir in Sophies‘ Steakhouse essen. Ein Restaurant, dass uns damals schon sehr gut gefallen hat. Danach ziehen wir von Pub zu Pub und genießen die englische Kultur: die Friday Night Drinks werden ja wirklich jeden Freitag zelebriert. Das Schöne daran ist aber, dass die letzten Runden in den Pubs gegen 22:30 Uhr ausgegeben werden und man deswegen früh in seinem Hotelbett liegt und lange schlafen kann.

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück gestärkt wieder in die Innenstadt. Unser erstes Ziel ist St. Paul‘s Cathedral. Für den heutigen Tag haben wir einen London Pass, den wir auch direkt vorzeigen und sofort Einlass gewährt bekommen. In der Kathedrale selbst war ich schon viele Male, aber dieses Mal gehen wir das erste Mal hoch in die Kuppel. Nach gefühlten 1000 Stufen und einer sehr beeindruckenden „Whispering Chapel“ werden wir noch von einem fantastischen Ausblick belohnt.

Bild@ St Pau’ls Cathedral

Danach schlendern wir zurück runter an die Themse und über die Millennium Bridge. Wir machen einen kleinen Abstecher zur Tate Modern und schauen, welche Ausstellung gerade in der Turbinenhalle gezeigt wird. Weiter geht es dann zum Shakespeares Globe. Auch hier zeigen wir unseren London Pass und erhalten direkt ein Zeitfenster für die nächste Führung, die 15 Minuten später startet. Hier muss wirklich jeder an einer Führung teilnehmen und darf nicht allein durch das Theater laufen.

Ein Besuch auf dem Borough Market ist unverzichtbar, hier waren wir früher jeden Samstagmittag. Auch heute schlendern wir durch den nun komplett renovierten Markt und schauen uns die verschiedenen bunten und vielfältigen Lebensmittelstände an. Und wie jedes Mal muss ich zu der blauen Tür, den Eingang zu „Bridget Jones“ Wohnung aus dem gleichnamigen Film. Irgendwie komme ich da nicht dran vorbei.

Weiter geht es südlich entlang der Themse bis zur Tower Bridge. Dort besuchen wir die Tower Bridge Exhibition, eine Ausstellung hoch oben auf der Verbindung zwischen den zwei Türmen der Tower Bridge. Hier gibt es einen spektakulären Glasboden, auf dem man stehend das Treiben unten auf der Brücke beobachten kann.

Bild @ Tower Bridge Exhibition, 04_©Barksy Media

Nach Besuch der Ausstellung wagen wir uns auf eines der so genannten Boris Bikes, die der vormalige Bürgermeister Boris Johnson eingeführt hat. Das Verfahren ist relativ einfach: mit einer Kreditkarte bekommt man einen Code, den man an einem beliebigen Fahrrad innerhalb von 10 Minuten eingeben muss und somit das Fahrradschloss entsperrt. Mit den beiden geliehenen Fahrrädern, zieht es uns nun nach Bermondsey, wo wir damals selbst gewohnt haben. Die nächsten Stunden verbringen wir in dem Viertel an der Themse.

Dinerama

Später am Nachmittag erkunden wir mit den Rädern noch hoch bis zum Hoxton Square. Wir essen eine Kleinigkeit bei unserem Lieblingsvietnamesen und besuchen dann den Food Truck Market namens Dinerama, der mittwochs bis samstags ab 17:00 Uhr geöffnet ist. Wir selbst haben von dem Markt in einem Fernsehbericht erfahren und wollen ihn uns jetzt anschauen. Bis 19:00 Uhr ist der Eintritt frei, danach zahlt man £3 Einlass. Wir sind überrascht, wie voll es dort schon am frühen Samstagabend ist. Das Publikum ist bunt. Wir sichern uns einen gemütlichen Platz oben in der Weinbar und holen uns im Erdgeschoss abwechselnd Tapas, japanische Speisen und Getränke. Gegen 23:00 Uhr verlassen wir den Street Market satt, glücklich und sehr müde.

Bild@ Holland Park, 5716853 Shutterstock r.nagy

Am nächsten Tag hat das Wetter umgeschlagen, es nieselt und ist grau und trist. Wir entscheiden uns zu einem Spaziergang in der Gegend und schlendern durch Notting Hill am Notting Hill Markt vorbei, wo wir ein zweites Frühstück genießen. Durch das beeindruckende Viertel Holland Park schlendern wir zurück und staunen über die imposanten viktorianischen Villen, die wir nahezu alleine erleben dürfen- niemand ist dort sonntags auf der Straße zu sehen, schon gar nicht bei Nieselregen. Ein Taxi bringt uns zur Paddington Station, von der wir mit dem Heathrow Express wieder zurück zum Flughafen fahren.

Während des Wochenendes haben wir für die Fahrten mit Tube und Bus  unsere Visitor Oyster cards genutzt.